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Es bleibt spannend wie es weiter geht im 19. Deutschen Bundestag. Nicht weniger spannend wird die Landtagswahl 2018 in Bayern, auch gerade vor dem Hintergrund der Wahlergebnisse in Bayern, die Grund zum Nachdenken geben. Hier lesen Sie die Positionen und Forderungen des Verbandes Montessori Nordbayern zur Landtagswahl 2018 in Bayern.

Lehrkräfte

Nach Jahren des kontinuierlichen Rückgangs der Schülerzahlen kündigen sich steigende Schülerzahlen an. (vgl. Studie der Bertelmann-Stiftung vom 12.07.2017: „Zehntausende zusätzliche Lehrer und Klassenräume notwendig“)
Engpässe bei Lehrkräften sind schon heute die Realität an bayerischen Schulen und dieser Mangel wird noch dramatischer, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Verwaltungspraxis des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft, dass der Bedarf an Lehrkräften an Schulen in Freier Trägerschaft nicht in eine Gesamtbedarfsermittlung an Lehrkräften mit eingeht. Ein Skandal vor dem Hintergrund des Fürsorge-Prinzips des Staates gegenüber den Privatschulen. Mit anderen Worten: Wenn an staatlichen Schulen Mangel an Lehrkräften herrscht, dann an Privatschulen zweimal!
Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.

#Genehmigung von Lehrkräften

Wir fordern, dass die seit einigen Jahren angewandte und auch von uns als Verband begrüßte Verwaltungspraxis, Interpretationsspielräume des Gesetzes zu nutzen und damit die Genehmigung von Lehrkräften wohlwollender gestalten zu können, über das Jahr 2020 hinaus Gültigkeit hat und zwar solange, bis nachgewiesener Maßen kein Lehrkräftemangel mehr besteht. Eine solche zukünftige Feststellung, dass kein Lehrkräftemangel mehr besteht, soll gemeinschaftlich zwischen StMBW und den zuständigen Verbänden erarbeitet werden.
Wir fordern, dass alle bisher befristet erteilten Genehmigungen von Lehrkräften für Klassenleitungen in unbefristete Genehmigungen umgewandelt werden.
Wir fordern, dass eine zukünftig befristete Genehmigung nur noch dann erfolgen kann, bis eine pädagogische Eignung festgestellt wurde. Diese Befristung soll auf max. 2 Jahre begrenzt sein.

#Aus-und Weiterbildung von Lehrkräften

Wir fordern, dass Grundschullehrer*innen mit II. Staatsexamen nach einer Übergangszeit mit einem „training-on-the-job“ und fachlicher Weiterqualifikation samt abschließend pädagogischer Eignungsprüfung spätestens nach 2 Jahren eine unbefristete Gemehmigung als Klassenleitung in der Mittelschule erhalten sollen.

#Personalkostenzuschüsse für Lehrkräfte an Privatschulen

Seit dem Schuljahr 2010/2011 erfolgen staatliche Leistungen für den Personalaufwand an privaten Grund- und Mittelschulen in pauschalierter Form. Trotz Zusage des Kultusministeriums im Rahmen der bilateralen Gespräche im Vorfeld der Einführung der pauschalierten Personalkostenabrechnung, wurden sogenannte Anrechnungsstunden in der Pauschale nicht berücksichtigt.
(zu den Anrechnungsstunden zählen u.a.: Stunden der Verwaltungsfachkräfte so z.B. für die Schulsekretärin, persönliche Anrechnungsstunden wegen Alters oder Behinderung, die von den Unterrichtsstunden abgezogen werden)

Wir fordern, dass diese Anrechnungsstunden vollumfänglich in eine neue gesetzliche Änderung des Art. 31 BaySchFG eingehen müssen, unabhängig der im Gesetz gebotenen Anpassung der förderfähigen Lehrerwochenstunden.
Wir fordern, dass neben den Jahresbezügen eines staatlichen Beamten als Kostenbezug einer Lehrpersonalstunde tarifrechtliche Änderungen des öffentlichen Dienstes berücksichtigt werden und zwar mit allen Tarifmerkmalen und dass Änderungen im Beamtenrecht nicht dazu führen, dass Schulträger auf ihren Kosten sitzen bleiben, weil Änderungen im Beamtenrecht nicht im Tarifrecht des öffentlichen Dienstes abgebildet werden, die Vergütung der Lehrkräfte jedoch nach öffentlichem Recht erfolgt. Dass die Personalkostenpauschale die Tarifänderungen des öffentlichen Dienstes zeitnah aufgreifen sollte, versteht sich von selbst!

Inklusion

Seit Bestehen der Montessori-Schulen in Bayern, seit nunmehr über 30 Jahren arbeiten diese Schuleinrichtungen inklusiv, nach dem Grundsatz von Maria Montessori: „Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen.“ Am 13. Juli 2011 wurde im Bayerischen Landtag einstimmig die Änderung des BayEUG als erster wichtiger Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet. Ein gemeinsamer Unterricht soll auf der Grundlage von Art. 30a und 30b BayEUG in verschiedenen Formen möglich sein.  Dies soll nach Intention der Staatsregierung nur für öffentliche Schulen gelten, nicht für Privatschulen.
Somit haben Privatschulen kein Recht, einen Antrag auf Schule mit Schulprofil „Inklusion“ zu stellen mit der Konsequenz, dass sie keine zusätzlichen Lehrerstunden zur Umsetzung der Inklusion erhalten.

Wir fordern, dass diese ungerechte Praxis ein sofortiges Ende hat, dass die gesetzlichen Voraussetzungen im BayEUG so geändert werden mögen, sodass die Montessori-Schulen als Pioniere inklusiver Schulen auch für ihre inklusiven Leistungen personelle und finanzielle Unterstützung erhalten.

Insgesamt fordern wir von der derzeitigen wie auch von der zukünftigen Landesregierung eine andere Haltung gegenüber den Freien Schulen und zwar eine Haltung der Wertschätzung gegenüber dem, was Freie Schulen für das bayerische Schulsystem leisten.
Wir fordern einen klar erkennbaren politischen Willen, die Freien Schulen auskömmlich zu finanzieren und gesetzliche Grundlagen zu schaffen, die die Existenz der Freien Schulen erleichtern und nicht erschweren, wie dies leider in der Vergangenheit durch gesetzliche Veränderungen immer wieder von uns beklagt werden musste.